Warum unsere Weine so wertvoll sind.

Ein Portrait der

Felsengartenkellerei Besigheim

Die Felsengartenkellerei Besigheim 

Inmitten des idyllischen Neckartales liegt die Felsengartenkellerei Besigheim am Rande Hessigheims nahe den steil empor ragenden Muschelkalkfelsen der klimatisch begünstigten Felsengärten. Tradition und Passion verpflichten die zahlreichen Weingärtner bei ihrer täglichen Arbeit in den meist terrassierten Steillagen. Dies zeigt sich in der naturgerechten sorgfältigen Pflege der Weinberge für bestmögliches Lesegut, als Basis für schonend, sortentypisch und filigran ausgebaute Weine. Weine in einer außergewöhnlichen Vielfalt in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen.
Rund um diese herausragenden Weine bietet die Felsengartenkellerei ein abwechslungsreiches Potpouri an regionalkulturellen Ereignissen mit Genuss, Information und Unterhaltung. Mit deren Ausrichtung ist der Anspruch verbunden , die hohe Qualität und Bedeutung des regionalen Weinbaues zu unterstreichen und zu stärken.

Das Felsengartenland. Eine einzigartige Kulturlandschaft zwischen Neckar und Enz.

Vom Main bis zur Schwäbischen Alb und vom Rheingraben bis hin zur fränkischen Alb erstreckt sich die Süddeutsche Schichtstufenlandschaft. Sie zeichnet sich durch von Flüssen tief eingeschnittenen Täler und oben aufliegenden Flächen aus. Die Bodenschichten sind vielfältiger Natur. Nach Norden hin ist diese Landschaft durch die Mittelgebirge gegen kalte Luftströmungen geschützt. Vom Süden her, wird sie durch ein mildes Klima begünstigt. Und mitten im Herzen dieser reichhaltig ausgestatteten Landschaft liegt das Felsengartenland. 

Bereits vor Jahrhunderten wurde der Wert der steilen, den Windungen der Flüsse Neckar und Enz folgenden Bodenerhebungen für den Weinbau erkannt.  

So entstand hier im Zeichen des Winzerhandwerkes eine einzigartige Kulturlandschaft, die nicht nur bestes Traubengut hervorbringt, sondern sich auch noch heute als ein wahrer Augenschmaus präsentiert. Das Landschaftsbild ist geprägt von sonnendurchfluteten Hänge, die mit Terrassen belegt wurden um den Reben halt zu verschaffen und eine noch bessere Licht- und Wärmeausbeute zu ermöglichen. 

Das Felsengartenland bietet somit seit je her die allerbesten Voraussetzungen für ertragsreichen Weinbau. Dieser hat sich insbesondere in den letzten Jahrzehnten durch zahlreiche qualitätsoptimierende Maßnahmen und Vorgaben zur einer hochwertigen Weinbaukultur weiterentwickelt, wie sie im mittleren Neckarraum vielleicht einzigartig ist.   


Die Weingärtner. Ihre Leidenschaft und ihr Herzblut sind das Elexir unserer Weine.

Der Beruf des Weingärtners, schwäbisch auch Wengerter, erfordert ein hohes Maß an Enthusiasmus, ganz besonders, wenn die zu bearbeitenden Weinberge in den Steillagen an Neckar und Enz liegen. Die Weingärtner der Felsengartenkellerei sind solche Enthusiasten, denn zahlreiche von ihnen bewirtschaften ihre Reben in den Steillagenterrassen. 

Oftmals schon seit vielen Generationen wird in nicht wenigen Familien der Weinbau betrieben und die Hege und Pflege der Trauben ist nicht selten der Mittelpunkt des täglichen Familienlebens. Und meist noch immer ist es reine Handarbeit, vom Rebschnitt über die Laubarbeiten bis hin zur Lese, die den Wengerteralltag über das Jahr prägt. 

Es ist ein Leben im Rhytmus der Reben, begleitet von manchem Unbill der Natur, von Mühe und Anstrengung, aber auch von Geduld und Hingabe und sehr viel Leidenschaft, ja Liebe zum Naturprodukt Wein.  Diese Leidenschaft beflügelt aber auch der Ehrgeiz eines jeden, am Ende des Weinjahres im Herbst das bestmögliche Traubengut ernten zu können, was nach wie vor die wertvollste Grundlage für vorzüglicher Weine ist. Für einen Felsengarten-Winzer und seine Familie, gibt es (fast) nichts schöneres als den Anblick wohlgereifter, praller Trauben die bunt und saftig im der Herbstsonne funkeln und deren natürliche Pracht bereits erahnen lässt, welch erlesene Weine daraus entstehen werden.

Die Steillagen. Sie schenken uns Trauben, die von der Natur veredelt wurden.

Sehr viele der Trauben der Felsengartenkellerei reifen an den Steilhängen entlang der beiden Flüsse Neckar und Enz. Ein naturgebener Vorteil, der den Weinen einen unschätzbar wertvollen Qualitätsvorsprung beschert. 

Denn hier an den prallen Hängen aber auch in den  tief eingeschnittenen Klingen »kümmert« sich ein einzigartiges Mikroklima um das  Wachstum der Trauben. Die Steillagen, die oftmals mehr als 50 Prozent Steigung aufweisen, sorgen für eine besonders intensive Ausbeute des von der Wasseroberfläche reflektierten Sonnenlichts. Die mühevoll von Hand geschaffenen und nicht minder mühevoll von Hand gepflegten Natursteinmauern und -staffeln sowie die Felsen in den Terrassen 

erwärmen sich an sonnigen Tagen bis zu Temperaturen von mehr als 70 Grad. Diese Wärme geben die Steine nachts an die Trauben ab und begünstigen so ein intensives Wachstum und eine perfekte Reife. 

Die vielfältigen Bodenformationen in den Steillagen der Felsengärten wie Mergel, Letten, Tone, Keuper, Löß und Lehm sind dabei die ideale Basis für facettenreiche, wohlstrukturierte und vollmundige Weine. 

Dass der naturgegebene Qualitätsvorsprung, den die Steillagen-Trauben genießen, sich auch im Glase präsentieren kann, dafür sorgt die bereits erwähnte Leidenschaft der Steillagen-Winzer, sorgt ihre kräftezehrende, höchst zeitintensive und auch nicht ungefährlich Arbeit während des gesamten Jahres.

Die Vinifizierung. Erfahrung und Handwerk trifft Sensibilität und Perfektion.

Wein ist ein Naturprodukt und folglich ist auch die Natur  der oberste Wächter über die Qualität. Aber es ist das erklärte Ziel, die hauseigenen Maßgabe aller Winzer und Mitarbeiter der Felsengartenkellerei, Jahr für Jahr die geernteten Trauben in möglichst perfekte Weine zu verwandeln.

Im Weinberg werden bereits alle qualitätssteigernden Maßnahmen von der Ertragsreduzierung bis hin zur Auslotung des idealen Lesezeitpunktes für die unterschiedlichen Rebsorten sorgfältig und gewissenhaft umgesetzt. So gelangt nur das naturbedingt beste Lesegut zur Vinifizierung. 

Auch wenn die Felsengartenkellerei mit den modernsten maschinellen Voraussetzungen für eine optimale Weinerzeugung ausgestattet ist, so ist es doch wieder der Mensch, der letztendlich das vorhanden Potential vollumfänglich auszuschöpfen vermag.

Akribisch beobachtend begleitet unser Kellerteam den Prozess der »Weinwerdung«. Alle Maßnahmen, die notwendig sind, die hohe natürliche Qualität des Lesegutes zu erhalten, werden während dieses Zeitrahmens ausgeschöpft. Ein hohes Maß an Feinsensorik aber eben soviel handwerkliches Geschick und Fachkompetenz, der Hang zu Präzision und Perfektion sind von Nöten um den  Weinen zum besten, wenn möglich vollendeten Charakter zu verhelfen, und dabei sowohl sortentypische Aspekte als auch terroirbedingte Eigenschaften zu erhalten. Mehrere Wochen bis hin zu Jahren kann der Prozess der Vinifizierung in Anspruch nehmen. Jeder Wein erhält die Zeit, die er für eine optimale Entwicklung benötigt. Die Besten der Besten reifen abschließend meist noch Monate in großen Eichenfässern oder in den Barriques, die nicht selten aus Eichen aus den Wäldern um Besigheim geküfert wurden.

Unsere Weine. Handgemacht, voller Herz, Charakter und höchster Güte.

Die Sortiments-Philosophie der Felsengartenkellerei orientiert sich an der Präambel des Unternehmens, die besagt, dass die Weinqualität Mittelpunkt und Maßstab allen Handelns sein muss.

Im Potpourri der Literweine sind natürlich alle populären Württemberger Rebsorten vertreten. Hinzu kommen die beliebten »schwäbischen« Cuvées. Allen voran der Trollinger mit Lemberger, diese typischste aller Assemblagen, die auch als Steillagenvariante im Sortiment enthalten ist. Allen diesen Weinen ist eines gemeinsam: Solide, gut gemachte Qualität für den unkomplizierten Weingenuss als Essensbegleiter oder als solitärer Schoppenwein.

Die übliche Qualitätseinstufung in Qualitätsweine und Prädikatsweine, vom Kabinett bis zur Trockenbeerenauslese, wird ausschließlich auf die halbtrockenen, lieblichen und edelsüßen Weine in der 0,75-Liter-Flasche angewandt. Die Einstufung erfolgt hierbei nachden Oechslegraden. Ertragsreduzierende Maßnahmen und kontrolliertes Lesegut sind natürlich auch hier unabdingbare Voraussetzung für alle Prädikatsweine.

Desweiteren sind Felsengartenweine in verschiedene Edition unterteilt. Fruchtige Weine mit hoher Restsüße finden sich in der Edition Fruchtig und Süß. Die Reihen »Junge Cuvéeschmiede« besteht aus fruchtigen, feinherben bis lieblichen Cuvées, die geprägt 

sind, von einer lebendigen jungen Stilistik.
Die Edition Terra S bietet eine beeindruckende Palette feinherb und trocken ausgebauter Weine, von schwäbischen Traditionsrebsorten bis hin zu mediterranen Gewächsen.

Die besonderen und ausschließlich handgelesenen Trauben aus den wertvollen und einzigartigen Steillagen werden zu einer eigenen Serie zusammengefasst, die mittlerweile die Besonderheit der Felsengartenkellerei unterstreicht. 

Die Edition Fels vereint trockene Weine aus ertragsreduzierten Anbau, hauptsächlich von alten Rebanlagen, die abschließend im großen Eichenfass reifen durfte. Im kleinen Barrique werden die Weine der Serie Fas(s)zination ebenfalls trocken ausgebaut. Für diese Linie wird nur Lesegut allerhöchster Güte aus ebenfalls ertragsreduziertem Anbau vinifiziert. Für diese beiden Weinlinien werden die Trauben nach der Lese zudem behutsame und schonend in kleinen Kisten angeliefert und anschließend sorgfältige am Sortiertisch nochmals handverlesen bevor sie zur Weiterverarbeitung gelangen.

Eine Vielzahl hochwertiger, meist traditionell vergoren Winzersekte sowie Seccos in der gehobenen Klasse der Qualitätsperlweine, aber auch zeitgemäße Weincocktails und edelsüße Weine sowie Brände und Destillate aus eigenen Weinen runden das Sortiment der Felsengartenkellerei ab.

Die Geschichte der Felsengartenkellerei

Mittelalterliche Weingärtnerzünfte und die „Gesellschaft zur Verbesserung des Weingärtnerlebens“ waren wohl die Vorläufer der Weingärtnergenossenschaften. In Besigheim, der Heimat der Felsengartenkellerei fand jährlich am Tag des Heiligen Johannes, am 27. Dezember das Heringsmahl statt, während dem Vogt, Bürgermeister, Rat und Kirchenvertreter den Weinpreis gemeinsam festlegten. Es ging einfach darum, sich stark zu machen gegen die Wirte vom Berg, vom Schwarzwald und der Schwäbischen Alb. Diese kamen jährlich im Herbst zu uns, um Wein einzukaufen. Und spielten dabei die Weingärtner gegeneinander aus. Ein gemeinsam durch die Genossenschaft festgelegter Preis sollte dies nun verhindern. Nach mehreren Anläufen wurde am 7. Dezember 1938 in Café Hirsch in Besigheim der Grundstein zur heutigen Felsengartenkellerei gelegt.

239 Weingärtner traten ihr spontan bei. Das Eintrittsgeld betrug 50 Reichsmark. 

Schritt um Schritt wurden die Gemeinden Löchgau, Gemmrigheim und Walheim in die Besigheimer WG eingegliedert. Die große Raumnot in den Kellereien nach dem großen Herbst des Jahres 1970 führte zur Fusion mit der Weingärtnergenossenschaft Hessigheim. Es entstand die Felsengartenkellerei Besigheim. Weitere Gemeinden schlossen sich diesem erfolgreichen Unternehmen an. Mittlerweile sind es ca. 300 Weingärtnerfamilien, die ihr Traubengut in Hessigheim abliefern.

Wissenswertes

Die Felsengartenkellerei ist die Heimat vieler Weingärtnerbetriebe in der Region. Von den derzeit ca. 1.500 Mitglieder, sind 850 tatsächlich noch aktiv als Bewirtschafter von Weinbergen tätig. Sie bringen Ihre Trauben zur Weiterverarbeitung in die Felsengartenkellerei. Meist sind es mehrere Mitglieder einer Familie, von den erwachsenen Kindern bis hin zu Opa und Oma, welche sich die Arbeit in den Weinbergen teilen. 

Insgesamt bewirtschaften die Mitglieder der Felsengartenkellerei ca. 700 Hektar Rebfläche, ungefähr 100 Hektar liegen dabei in den klimatisch begünstigten aber schwer zu bearbeitenden terrassierten Steillagen entlang der Flüsse Neckar und Enz. Die wesentlichen Rebflächen verteilen sich auf die Gemarkungen der Städte Besigheim und Bietigheim-Bissingen sowie auf Hessigheim, Löchgau, Gemmrigheim, Walheim, Ingersheim, Ilsfeld und Abstatt. Der Anteil der Nebenerwerbs-Weingärtner die unter einem Hektar Weinberge bewirtschaften liegt bei rund 80 %. 

Die wichtigsten roten Rebsorten (zirka 80% der Rebfläche) sind Trollinger, Lemberger, Schwarzriesling, Spätburgunder und Samtrot als traditionelle Vertreter des Württembergischen Anbaugebietes sowie Cabernet Dorsa, Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon als Rebsorten mit positivem Vermarktungspotential. Letztere werden dabei ausschließlich in den klimatisch begünstigten Steillagen angebaut. Bei den weißen Rebsorten dominiert der Riesling (14% der Rebfläche), die Sorten Kerner, Müller-Thurgau, Traminer, Grauburgunder, und Weißer Burgunder haben sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Zunehmend wachsender Beliebtheit sowohl im Anbau als auch beim Weingenießern erfreuen sich die Sorten Chardonnay, Sauvignon Blanc und Muskateller. 

Seit vielen Jahrhunderten gehört der Weinbau zum Leben der Menschen im Mittleren Neckartal und prägt das Erscheinungsbildes der Region. Diese über die Jahre gewachsene tiefe Verbundenheit mit diesem wertvollen Geschenk der Natur, ist das Elixier für den hohen Idealismus, der notwendig ist, diese  einzigartige Kulturlandschaft, die wir dem Weinbau zu verdanken haben - trotz manchen Unbills, hoher Kosten und Anstrengungen - zu erhalten.

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